Matthias Anderegg SpiderVon bürgerlicher Seite höre ich oft, ich sei kein typischer SP’ler. Einen grösseren Planungsbetrieb mit 25 Mitarbeitenden zu führen, stellt für sie offenbar ein Gegensatz zu den Werten der SP dar.
Ich weiss sehr genau, wo meine politische Heimat ist und ich kann euch allen versichern: Es ist die SP!


Wieso soll ich mich nicht für Solidarität und Gerechtigkeit einsetzen? Wieso ist eine nachhaltige Energieversorgung ohne Atomkraftwerke kein Thema für mich? Im Gegenteil, die heutige Auslegung des Kapitalismus kann ich nicht akzeptieren. Was heute gelebt wird, entspricht keiner sozialen Marktwirtschaft mehr. Bei Weitem nicht nur „linke“ Ökonomen sehen das auch so. Ohne Umverteilung der Vermögen werden wir die Sozialpartnerschaft in unserer Gesellschaft aufs Spiel setzen. Es darf nicht sein, dass 2% der Bevölkerung gleich viel Vermögen besitzt wie die restlichen 98%.

 

Diese Umstände nenne ich Neofeudalismus.

 

Der SP wird vorgeworfen, sie sei eine Partei der Intellektuellen, man verstehe ihre Sprache nicht, sie setze sich nicht mehr für die Arbeiterschicht und für die kleinen Einkommen ein.
Was genau versteht man nicht daran, wenn man das Rentenalter nicht masslos erhöhen möchte, wenn man sich für eine starke Bildung einsetzt oder gegen unsoziale Gebühren kämpft und die Krankenkassenprämienverbilligung ausbauen will, um kleine Einkommen zu schützen?

 

Im Unterschied zu den populistischen Rechtsparteien präsentieren wir keinen Sündenbock und machen nicht andere Glaubensrichtungen und Migranten für alle Probleme unserer Gesellschaft verantwortlich.

 

Die Anliegen der SP sind nicht kompliziert. Es sind Werte, die sich eigentlich seit langem nicht verändert haben. Die Bekämpfung der Armut, gerechte Arbeitsbedingungen, faire Renten, Bildung für alle und eine nachhaltige Energieversorgung.
Selbstverständlich kommen neuen Herausforderungen auf uns zu. Die Digitalisierung löst Ängste aus. Lasst uns diese Ängste mit Bildung und Weiterbildung in allen Schichten und Alterskategorien bekämpfen.
Auch bezüglich der Globalisierung würden Schüleraustausche für alle Stufen helfen, gegenseitiges Verständnis aufzubauen. Niederschwellige Angebote in diesem Themenbereich ist ein Lösungsansatz.

 

Die Migration und Integration wird uns auch in Zukunft stark beschäftigen. Eine starke Entwicklungszusammenarbeit ist unumgänglich. Die Schweiz muss zukünftig mehr Sensibilität an den Tag legen! Waffenexporte in Krisengebiete sind eine Schande für unser Land! Despoten sind wirtschaftlich und politisch zu boykottieren und im Rahmen unserer Möglichkeiten sind Schutzbedürftige zu unterstützen.

 

Veränderungen lösen Ängste aus, vor allem bei den Schwächsten unserer Gesellschaft. Rechte Populisten spielen mit diesen Ängsten, ohne Lösungen aufzuzeigen und schüren einen brandgefährlichen Nationalismus.

 

Die Politik der Sozialdemokraten zeigt einen anderen Weg auf. Wir haben Antworten auf diese Veränderungen und wehren uns in allen Bereichen gegen einen neoliberalen Kapitalismus, bei dem nur die Reichsten unserer Gesellschaft profitieren.

 

Dafür gehe ich auf die Strasse und engagiere mich in politischen Gremien. Das ist meine Motivation!

 

Solidarität, Gerechtigkeit und Freiheit für alle statt für wenige!

 

Matthias Anderegg

20. November 2016